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last update:
10.03.2011



Bieler Tagblatt vom 9.2.2011

Vereine wider den tierischen Ernst
In Rapperswil sorgt die CDU für Unterhaltung und in Aarberg sind die fidelen Schotten am Werk. Auch die Suurchabis-Zunft und der Dampfwalzenklub haben nicht nur ernsthafte Vereinsziele. 

Die «Schotten» pflegen im gleichnamigen Verein das gesellige Zusammensein und ihre Freundschaft

Es muss nicht die «Gesellschaft zur Förderung Biervielfalt» (GFB) oder der Förderverein zum «Ansehen von Blut- und Leberwürsten» (VBL) sein. Beide Spassvereine mit Sitz in Zürich sind aber bis ins Seeland bekannt und haben hier vereinzelt Anhänger. Für Spass und Party in ihren Reihen sorgen in der Region auch die CDU in Rapperswil oder die «Schotten» in Aarberg.

Gegründet vor mehr als 30 Jahren in Dieterswil fördert und pflegt der Verein «Club der Unmöglichen» (CDU) die Kameradschaft und die Geselligkeit unter den rund 50 Mitgliedern in Rapperswil und Umgebung. Zum Jahresprogramm gehören der Jass- und Kegelabend ebenso wie das Klubweekend in den Bergen und das Grümpelturnier in Dieterswil. Zum Feiern lassen die Mitglieder selbstverständlich das Oktoberfest und den RaclettePlausch nicht aus.

Schotten in Aarberg
Auch die zwölf «Schotten» aus Aarberg blicken auf eine lange Fun-Karriere zurück. Als die Schulfreunde fürs Grümpelturnier im Emmental zu Nadel und Faden griffen, waren die «Kilte» rasch genäht und der Verein gegründet. Mit den «Schotten-Games» – der Seeländer Version der Highland Games – erlebte das zwölfköpfige Team einen Höhepunkt in der spassgetränkten Vereinsgeschichte. «Dann folgte die Reise auf dem Hausboot durchs schottische Mutterland», blickt Daniel Kehrwand zurück und freut sich auf das Wiedersehen an der Generalversammlung im März.

Der Tradition fühlen sich die neun Mitglieder der Lysser «Zunft zum Suurchabisstei» verpflichtet. Aus der Stammtisch-Idee, ein gemeinsames Hobby zu pflegen, entwickelte sich statt Hornussen oder Boccia-Spiel ein Betrieb zur Sauerkraut- und Sauerrübenproduktion nach Grossmutterart. Rund 1,5 Tonnen Rohmaterial werden im Herbst nach traditioneller Rezeptur ohne Hilfsstoffe verarbeitet und in die emaillierten «Standen» mit bis zu hundert Litern Inhalt abgefüllt.

«Recht auf Gemütlichkeit»
Zunftmeister Günter Sattler ist für die Qualität verantwortlich. «Das Einstampfen des Gemüses bis zum Austreten der Milchsäure als unverzichtbarer Grundlage des Gärprozesses erfordert viel Fingerspitzengefühl», sagt er. Mit den 75 Gramm Salz auf fünf Kilogramm Rüben oder Kabis erhält das währschafte Gemüse seinen typischen Geschmack. Und mit dem «Surchabisstei» beschweren die fleissigen Zünftler das Tuch mit dem Brett, welche die «Stande» während der Gärzeit und bis zum Verzehr abschliessen.

Der Verkauf erfolgt an die Stammkundschaft in der ganzen Schweiz und auf dem lokalen Zibelemärit oder im Gasthof Bären, dem Stammlokal.

Die Mitgliedschaft ist wie bei den historischen Zünften mit klaren Regeln verbunden. Dazu gehört das Recht auf «Gemütlichkeit in der ausgesuchten Gemeinschaft». Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt denn auch mit einem einstimmigen Beschluss, man will in der Gemeinschaft nicht versauern.

Statuten als ewige Pendenz
Auch der Nidauer «Dampfwalzenklub» widmet sich der Geselligkeit. Die heute 71-jährigen Jahrgänger aus der gemeinsamen Schulzeit treffen sich von Montag- bis Freitagvormittag am Stammtisch im «Stadthaus». «Militärgeschichten erzählen wir uns schon lange nicht mehr», berichtet Hanspeter Spring. Als Ehrenpräsident des Kulturvereins hat er am Stammtisch aus der Zeitung die neuste Entwicklung in Nidau zu Kenntnis genommen und natürlich mit seinen Kollegen ausführlich debattiert. «Früher sind wir zusammen um die Hausecken gezogen und haben auch mal über den Durst getrunken», sagt er verschmitzt.

So stehen die ersten Statuten seit mehr als 40 Jahren als ewige Pendenz auf der Traktandenliste. Und nach Vorgaben aus einem alten Tagebuch hat man auch die Dampfwalze als Vereinsymbol auf dem Stammtisch nachgebaut. Woher der Name wirklich stammt, weiss niemand mehr, schliesslich ist das Gründerprotokoll noch gar nicht geschrieben. Dem Spass beim gemeinsamen Gruppenbild auf einer echten Dampfwalze in Pieterlen hats nicht geschadet, denn Spass muss sein!



 
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